I am that girl – Ich bin so 

Buchkritik: Alexis Jones – Ich bin so (I am that girl)

Dieses Buch ist kein reines Selbsthilfebuch, wie der Titel vielleicht vermuten lässt sondern es handelt sich um ein starkes, feministisches Manifest. Worum es geht, lest ihr hier…

Zugegeben, das rosa-pinke Cover dieses Buches hat mich direkt etwas misstrauisch gemacht, ob das wirklich ein Buch für mich ist – meist versteckt sich hinter derart stereotyp (rosa-weiblich, blau-männlich) gelayouteten Dingen nichts Gutes. Der Untertitel „Von der Kunst ehrlich, authentisch und einfach du selbst zu sein“ hat mich dann vielleicht eher zum Lesen bewogen. Außerdem ist die Gefahr bei aus der Bücherei geliehenen Büchern ja immer geringer- also hab ich es mal versucht 🙂

Sobald ich einmal angefangen hatte, habe ich das Buch innerhalb weniger Tage verschlungen, an mehrere Freundinnen empfohlen und meiner besten Freundin (die noch nichts von ihrem Glück weiß) sowie mir selbst ein Exemplar erstanden. Wie ihr seht, bin ich überzeugt 😉 Warum das so ist, hat mehrere Gründe.

Dieses Buch ist bereits anfangs erwähnt ein feministisches Manifest, dass jede Frau dazu ermutigt sie selbst zu sein. Die Kapitelüberschriften geben bereits eine grobe Ahnung davon: „Sei leidenschaftlich“, “ Du bist das Wichtigste“, „Mach ernst“, „Mach dich unbeliebt“, „Sei wagemutig“, „Saug alles auf wie ein Schwamm“und „Sei für andere da“.

Kurz gesagt, es geht um Empowerment- das heißt Frauen jeglichen Alters und jeglicher Herkunft dazu zu ermutigen, an sich zu glauben und sich selbst erstmal als Wichtigstes zu sehen. Frei nach dem Sprichwort: „Wenn jeder für sich sorgt, ist für jeden gesorgt.“ Diese grundlegende Nachricht ist meiner Meinung nach sehr wichtig und dass das viele junge und alte Frauen leider immer noch nicht so machen, ist eine der Hauptursachen für ein schlechtes Selbstbild unter dem viele Frauen leiden. Durch die Fixierung auf andere (meist männliche Menschen) vernachlässigen viele Frauen den Dialog mit sich selbst- eine Sache die Männern in ihrer Sozialisierung anscheinend schon viel früher beigebracht wird. Hierzu fällt mir auch der brilliante Artikel von Laurie Penny, erschienen zum letzen Valentinstag, ein. Dieses negative Selbstbild hat seine Auswirkungen nicht nur im persönlichen Leid vieler Frauen, sondern auch darin (wobei ich hier darauf hinweisen möchte, dass dies nicht der einzige Grund für die heutigen Zustände ist!), dass Frauen immer noch weniger als Männer verdienen, dass es weniger Frauen in Führungspositionen und politischen Entscheidungspositionen gibt.

Gespickt mit reichlich persönlichen Erfahrungen und vielen Anregungen teilt Alexis Jones hier auf 335 Seiten ihre Einstellungen und Erkenntnisse. Außerdem lässt sie 30 weitere Frauen zu Wort kommen, die ihre Geschichte teilen. In einer Zeit, in der weibliche Vorbilder immer noch Mangelware zu sein scheinen, kam dieses Buch genau richtig um mich persönlich zu ermutigen, meinen eigenen Weg zu gehen.

Die Autorin des Buches ist auch Mitbegründerin der Non-Profit Organisation „I am that girl“, die ihr hier finden könnt. Ähnlich wie bei Lean in von Sharyl Sandberg steht hier das Konzept eines globalen Empowerment Movements im Hintergrund. Im Blogbereich können verschiedene Mitglieder der I am that girl Bewegung ihre Erfahrungen in der Form von Artikeln austauschen. Den Grundansatz der positiven Unterstützung zwischen Frauen finde ich sehr gut, ob einen das thematisch immer so anspricht, was dort geschrieben wird, muss jede*r selbst entscheiden 😉

Ein kleiner Kritikpunkt sei gesagt, die Nonbinärität der Geschlechter wird in diesem Zusammenhang leider nicht angesprochen und das finde ich sehr schade- das Zielpublikum sind schon überwiegend heterosexuelle Frauen. Inzwischen wurde das I am that girl aber durch I am that guy erweitert – ein Schritt in die richtige Richtung.

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