Almut Schnerring, Sascha Verlan: Die Rosa-Hellblau-Falle

rosahellblau

Das großartige Cover dieses Buches sticht sofort ins Auge. Doch das gelungene Titel- und Rückenbild sind nicht der einzige Grund, weshalb ich dieses Buch nicht in meinem Bücherregal missen möchte. 

Dieses Buch bietet gutes Argumentationsgeschoss um Aussagen wie „Mädchen mögen nun mal rosa“ oder „Jungs sind halt mehr an Technik interessiert“ zu entwaffnen. Die Farben hellblau und rosa als Codierung für „typisch Junge“, „typisch Mädchen“ beschreiben gut worum es geht. Die Rosa-Hellblau-Welt bietet hier den Einstieg um aufzuzeigen was alles dahinter steckt und wie sich diese Zweiteilung der Welt von Jungen und Mädchen auf andere Bereiche des Lebens auswirkt. Schnell wird deutlich wie häufig um uns herum Unterschiede gemacht werden, die vielen gar nicht auffallen – eben versteckte Fallen, in die gerne reingetappt wird.

Der Inhalt überzeugt mit der kritischen Beleuchtung gängiger Geschlechtervorstellungen ohne dabei zu sehr in Aufregung zu verfallen oder belehrend vorwurfsvoll den Zeigerfinger zu erheben. Der/Die Leser*in wird nicht zurückgelassen mit dem Gefühl „Schön, aber was kann ich jetzt tun?“ Das Buch ist zu empfehlen für all jene, die sich in der Gewissheit der Natürlichkeit gängiger Geschlechterbilder wägen, ebenso wie für jene, die diese Gewissheit anderer satt haben. Es gibt das Werkzeug an die Hand um nicht mehr so hilflos dazustehen wenn jemand auf den „natürlichen Unterschieden“ beharrt um Ungerechtigkeiten in der Erziehung zu rechtfertigen. Studien und Gespräche mit Fachleuten lassen diese Gewissheit über die Natürlichkeit der Geschlechterbilder langsam dahinschmelzen. Doch zwischen guter Recherchearbeit und Gesprächen mit Fachleuten lockern lebendig beschriebene Beispielsituationen das Thema auf und zeigen zudem alternative Handlungs- und Verhaltensmöglichkeiten auf.

Ich habe das Buch meiner Mutter zum Lesen gegeben und seitdem kreist es in ihrem Freundes- und Bekanntenkreis. Ab und zu kriege ich einen Anruf wenn meine Mutter „wieder eine gute Tat vollbracht“ hat. Sei es die Mutter, die über ihr schreiendes Baby gesagt hat „Der hat Hunger. Typisch Männer, immer haben sie Hunger“ oder der Erzieher, der sich über das stereotype Männerbild ärgert. Alle kriegen das Buch empfohlen oder direkt geschenkt.

Wer nicht abwarten kann das Buch in die Hand zu bekommen oder einfach noch mehr zu dem Thema erfahren möchte kann im Blog http://ich-mach-mir-die-welt.de/ vorbeischauen.

Sascha Verlan/Almut Schnerring
Die Rosa-Hellblau-Falle
Für eine Kindheit ohne Rollenklischees

Erschienen im Antje Kunstmann Verlag

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